Die Stammesaufgabe der Siedlung Martin Niemöller aus Bingen war es, um als Stamm gelten zu dürfen, eine Großfahrt für den Gau zu organisieren. So kam es, dass sich am 30.07. Auch 2 Steinböcklis zum Mainzer Hauptbahnhof verirrten, um von dort aus mit knappen 50 anderen Teilnehmern aus Bingen, Mainz, Worms und Lampertheim mit dem Flixbus nach Burgund in Frankreich zu reisen.

 

Am Treffpunkt brach zunächst die große Wiedersehensfreude aus, welche bei Ankunft des Busses in Vorfreude auf die Fahrt umschlug. Vorerst musste jedoch eine achtstündige Busfahrt überbrückt werden, welche nur von einer kleinen Pipipause unterbrochen wurde. Schließlich erreichten wir gegen 18 Uhr Taizeé, von wo aus wir auch schon in 5 verschiedene Gruppen unterteilt getrennte Wege gingen, sobald jede Gruppe ihre Route und ihr Essen für 2 Tage erhalten hatte und offiziell die Fahrt eröffnet wurde. Unsere Gruppe entschied sich, eine Nacht in Taizeè zu bleiben. Also bekamen wir eine kleine Einführung und gerade als wir unsere Zelte aufbauten, begann es zu schütten wie ein Wasserfall. Dafür funktionierte der Aufbau so schnell wie eh und je. Anschließend gab es auch schon Abendessen ( jeder bekam eine Schöpfkelle voll Nudelsalat, ein stück Brot, einen mini Joghurt und einen Pfirsich auf den Teller geklatscht), bei dem wir französische Pfadis kennenlernten, welche hier bereits seit einer Wochen campierten. Diese besuchten wir auch nach dem essen, um die Zeit bis zum Abendgottesdienst zu überbrücken.

Die Kirche war ein riesiger Raum ohne Bänke, man saß auf dem Boden. Der Gottesdienst dauerte ca. 45min und bestand zum Großteil aus Gesang, ein paar Minuten lang wurden auf verschiedenen Sprachen texte von den Mönchen vorgelesen und 7min lang wurde geschwiegen.

Später gingen wir noch mit den Franzosen zum Kiosk, wo sich um diese Uhrzeit bereits eine Menge Jugendliche aufhielten. Am nächsten Morgen begann um 8 Uhr der Gottesdienst, danach bekam zum Frühstück jeder ein Brötchen und ein Stück Schokolade in die Hand gedrückt. Anschließend wurde ein Bibelkurs angeboten, nach welchem wir noch das Gelände erkundeten. Nach dem Mittagessen, nach dem wir noch unseren Brotvorrat plünderten, um gestärkt die Wanderung antreten zu können, ging es also los in Richtung Dijon.

Wir wanderten in der Mittagssonne ca 13km, bis wir beschlossen im nächstgelegenen Dorf eine Unterkunft, wahlweise in Form eines Gemeindehauses, zu finden. Eine Frau, die wir ansprachen, um den Pfarrer ausfindig zu machen, half uns weiter, indem sie uns den Hinterhof eines alten Ehepaares vermittelte, in dem wir übernachten, sowie sanitäre Anlagen und Gasherd verwenden durften.

Wir nutzen die Gelegenheit, unsere bereits nach dieser kurzen Strecke durchgeschwitzen Kluften und Körper zu waschen. In dieser Nacht beschlossen wir, zu sandwichen (also sich mit Iso und Schlafsack auf einen Poncho zu legen und mit einer Kothenplane lediglich zuzudecken, um vor dem Tau geschützt zu sein), da der Himmel wolkenlos war und die Nacht sehr warm.

Am nächsten Morgen wanderten wir munter weiter, Zelte abbauen mussten wir ja nicht, und machten erst nach einer Strecke von ca. 5 km im Wald eine Frühstückspause. Dann ging es weiter und einige Zeit später durchquerten wir das französische Köln, ein Dorf, welches Colonge hieß.

Als wir gerade in einem kühlen Wald pausierten, beschlossen wir, nun nach einem Dorf Ausschau zu halten, in welchem wir Verpflegung für das Mittag- und Abendessen finden würden. In dem Dorf, in dem uns eine Bäckerei versprochen wurde, fanden wir jedoch keine, lediglich eine nette Frau, welche uns ihr Baguette schenkte. So teilten wir uns zu 9. Ein Baguette und ein paar Nüsse. Noch immer nicht gesättigt würden wir jetzt in der Mittagssonne weiterwandern müssen, um die nächste große Stadt zu erreichen, in der wir einen Supermarkt vorfinden würden. Der ursprüngliche Plan war gewesen, morgens früh zu starten und bis zur großen Hitze möglichst weit gelaufen zu sein, um diese dann mit einer mehrstündigen Mittagspause überbrücken zu können. Am Nachmittag würden wir bis zum Abend noch einige Kilometer machen und uns dann einen schlafplatz einrichten. Jetzt jedoch konnten wir es uns schlecht leisten, so spät in der Stadt anzukommen, dass der Laden womöglich schon geschlossen hatte. Also ging es weiter, mit halbleerem Magen, in der Sonne und zudem einen 5km langen Umweg laufend, da die Stadt eigentlich nicht auf unserer Route lag. Dementsprechend hoch war die Motivation. Doch schließlich hatten wir Turnus erreicht, zu unserer Enttäuschung hatte die dortige Gemeinde aber keine Unterkunft für uns. Die Sekretärin der Gemeinde erklärte sich jedoch netter Weise bereit, unsere Rucksäcke zu einem nahgelegenen Campingplatz zu fahren. Einkaufen waren in der Zeit, bis dies organisiert wurde bereits 3 Leute aus unserer gruppe.

Zunächst gönnten wir uns erstmal das Abendessen , ein wenig Subway-mäßig für jeden ein Baguette, welches mit Salat, Gurken, Tomaten und Wiener Würstchen belegt werden konnte. Anschließend errichteten wir jeweils zu 2. eine Kröte und duschten dann erstmal ausgiebig. Auch unsere erneut verschwitzten Kluften wurden erneut gewaschen. In den nächsten Tag starteten wir ausgeschlafen, da wir verschliefen. Beim Frühstück, wir waren zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Campingplatz ausgecheckt, beschlossen wir den Tag entspannt anzugehen und die verlorene Zeit damit wieder gut zu machen, die Strecke bis zur nächsten größeren Stadt in der wir Wasser und Lebensmittel vorfinden würden, mit dem Zug zu überbrücken, denn sonst hätten wir trotz vorgerückter Stunde noch einige 20km zurücklegen müssen, wozu sich ein paar Leite nicht in der Lage sahen. Als wir jedoch in der nächsten Stadt ausstiegen und in Richtung Stadtrand loszogen, stoppten wir mach kurzer Zeit erneut, da uns die Meldung eines Gruppenmitglieds erreichte, bei der Hitze keine 20km täglich, welche notwendig wären, um Dijon rechtzeitig zu erreichen, möglich wären.

Da es einige gab, die ihr beipflichteten, und nun die einzigen beiden 18 jährigen der Meinung waren, dass wir direkt mit dem Zug nach Dijon fahren sollten, blieb den übrigen Minderjährigen jede weitere Möglichkeit verwehrt. Also brachen wir den Haik ab und verbrachten die nächsten Tage auf dem örtigen Campingplatz. Vier von uns beschlossen jedoch, nicht die ganze übrige Zeit auf dem Campingplatz versauern zu wollen und zogen am nächsten Morgen um halb 7 los, um noch ein wenig zu hajken. Wir hatten nur 2 Rucksäcke dabei mit Ponchos, Wasser und Kochtopf mit Essen, sodass wir durch das geringe Gewicht um einiges schneller voran kamen. Außerhalb von Dijon, nachdem wir ein Stündchen gewandert und ca. 8km zurückgelegt hatten, pausierten wir das 1. Mal, um zu frühstücken. Dann machten wir uns wieder auf die Socken und stießen nach einiger Zeit häufig auf alte, heruntergekommene Mauern im Wald und verlassene verstaubte schuppen, in welchen wir uns umschauten (hatte aufgrund der Lage tief im Wald schon was Horrorfilm mäßiges - dezent gruselig). Wir durchquerten also Dörfer, Wälder und Felder bis wir beschlossen zunächst mal zu Mittag zu essen und dann zum Waldrand zu laufen, um dort für einige Zeit eine Mittagspause einzulegen, mit der wir die Mittagszeit umgehen würden. Bis dorthin hatten wir bereits ganze 23 km zurückgelegt.

Bevor wir ein Nickerchen machten, setzen wir den Sauerteig an, von dem wir uns Fladen für das morgige Frühstück bereiten wollten.

Nach einem Schläfchen überquerten wir ein Feld um bei den Bauernhäusern auf der anderen Seite Wasser aufzufüllen. Auf dem weiteren Weg lagen einige Obstbäume, welche wir plünderten um das Obst einzukochen und zum Frühstück zu essen. Immer, wenn während unserer Plünderaktionen Autos vorbeifuhren, stand einer von uns am Straßenrand und machte Kniebeugen, um von unserem Diebstahl abzulenken (man sah in Kluft und mit Rucksack dabei nämlich aus wie ein Depp). Ein Stück weiter in einem kleinen Wald schlugen wir unser Lager auf.

Die Jungs begannen Erde für ein Grubenfeuer auszuhöhlen und wir unseren Schlafplatz zu errichten: 2 Ponchos aneinander geknüpft als Dach aufhängen und 2 auf die wir uns legen würden. Zum Isolieren und der Bequemlichkeit wegen platzierten wir unter den Ponchos noch eine Schicht Gras. Als das Feuerchen loderte, konnten wir beginnen, zunächst die Fladen zu backen, der Topfdeckel fungierte in dem Moment als Pfanne, da wir nicht kochen konnten, bevor der Topf mit dem Teig leer war. Es brauchte gefühlte Ewigkeiten und ne Menge Selbstbeherrschung die Fladen nicht einfach direkt aufzuessen, denn wir wussten, bis unser Abendessen gekocht hatte, würde es noch dauern und wir alle waren sehr hungrig. Doch endlich war der letzte Fladen gebacken. Nun hieß es: warten, bis das Wasser für den Reis endlich kocht. Für diese Mahlzeit hatten wir Reis mit Scheiß (Scheiß steht für Gemüse) geplant, ein typisches Pfadi-Gericht. In unserem Hunger waren offensichtlich die Ansprüche an unser Essen gesunken, denn nun gaben wir uns damit zufrieden, dass der Reis noch leicht aldente war. In dem Moment schmeckte er sogar so gut, wie wenn Oma dein Lieblingsessen kocht. Anschließend machten wir uns daran die gesammelten Früchte zu schneiden, zu entkernen und einzukochen.

Daraufhin legten wir uns schlafen. In der Nacht wurde es allerdings recht frisch und wir bauten das Dach ab, da es nicht nach Regen aussah, um uns zuzudecken.

Außerdem rückten wir alle zusammen und kuschelten eine Runde, um warm zu bleiben. Unter dem Poncho, welcher natürlich regenfest ist, kondensierte unsere Körperwärme jedoch, sodass man sich mit einer nassen Decke zudeckte, welche abkühlte, sobald sich einer bewegte und kalte Luft reinließ. Dadurch fror man dann, bis man sich das Wasser wieder erwärmt hatte und sich der nächste unter der Decke drehte. Ein Teufelskreislauf. Am nächsten Morgen bauten wir ruckzuck ab und machten uns auf den Weg. Wir hatten beschlossen, zunächst zum Zeltplatz zurückzukehren, sich dort erstmal zu erholen und ein paar Tage später ggf. noch einmal loszulaufen, dieses Mal mit einer besseren Technik zum Übernachten. Wir liefen also Richtung Dijon und nahmen auf dem weg alle paar Minuten einen Löffel des Fruchtmuses. Auf einem Spielplatz machten wir halt und aßen ihn schließlich ganz auf. Vom Zuckerschock angetrieben liefen wir die nächsten 10km schnurstracks ohne Pause durch.

Nach einer kurzen Trinkpause, bei der wir uns beinahe in einen Kackhaufen setzten, bestritten wir auch noch den Rest des Weges nach Dijon. Kurz vor der Stadt machten wir ein Picknick und vertilgten unsere Fladen mit Frischkäse, auch wenn es erst 11h war, quasi als 2. Frühstück. Als wir auf dem Campingplatz eintrafen mussten wir uns erstmal ein Viertelstündchen ausruhen, bis wir in der Lage waren unsere Körper sowie Kleidung zu waschen. Den restlichen und nächsten Tag verbrachten wir im See oder mit Kartenspielen. Den tag darauf traf ein Teil einer anderen Haijkgruppe mit dem Zug ein, die auf Grund von Knieproblemen oder Dünnschiss nicht weiterlaufen konnte. 

Diese Gruppe bekam noch einen Campingplatz neben uns  und so konnten wir auch bequem miteinander kochen und den Tag verbringen. In den nächsten Tagen haben wir viele Einkäufe gemacht, Karten gespielt, waren am See und haben Sachen aus Holz gebaut, wie einen Dreifuß für unseren Gaskocher, eine Ablage aus einer Palette oder für Koschis und Töpfe eine Ablage gebaut. Die Materialien hierfür haben wir bei einem Fluss hinter dem Campingplatz gefunden.

Nach einer guten Woche kamen auch schon alle anderen Gruppen an und errichteten ihre Zelte. Auch sie haben mit dem Zug/Bus abgekürzt, bis auf eine Gruppe, die die gesamte Strecke zu Fuß überwunden hat - sie erreichte uns am ankunftstag mittags um 2 nach einem 30km langem Marsch (meinen Respekt an dieser Stelle). Mit unseren Freunden erkundeten wir nun die Innenstadt Dijons‘, welche sich als wirklich sehenswert herausstellte. Fast alle Gruppen waren in der Stadt und haben dort typisch Französisch gegessen oder die lokalen Spezialitäten Anisbonbons und Senf gekauft.

Mit dem nächsten Morgen brach der letzte volle Tag in Frankreich an. Traditionsgemäß findet zu diesem Anlass ein bunter Abend statt. Zu diesem gehört  ein großes Festessen mit allen gemeinsam. Jede Hajjkgruppe kochte einen Teil der Mahlzeit, unsere Gruppe hat 8 kg Nudeln gekocht. Da wir nur wenige Töpfe zur Verfügung hatten, mussten wir die fertigen Nudeln in frische Müllsäcke umfüllen. . Nach leckeren Nudeln mit Bolognese gab es noch Quark mit Früchten. Während wir aßen, wurden wir in ein selbsterdachtes Krimidinner eingeführt. Im Endeffekt hatte natürlich jeder jeden beschuldigt, der Mörder zu sein und erst nach etlichen weiteren Toten erfassten wir den Täter. Nach dem Abendessen wurde das Krimidinner bei einer Singerunde weitergeführt, bis wir um 0:00 Uhr noch einen Geburtstag feierten, der dann mit einem Bad im Stausee für das Geburtstagskind endete. Nach dem Krimidinner und Pfadiliedern waren wir alle mehr oder wenig erschöpft und fielen in unsere Zelte.

Am nächsten Tag, dem Abreisetag waren ausnahmsweise fast alle früher aufgestanden, um die Zelte abzubauen. Nach unserem Abschlusskreis, der Fundsachen ihrem (neuen) Besitzer zuordnete und einer Müllkette auf dem Camping-/Lagerplatz sind wir dann so gegen 14:30-15:00 Uhr mit unserem Bus losgefahren. Nach einem Busstop waren wir dann zur Zufriedenheit einiger Mitfahrer (wir haben hinten im Bus viel gesungen/gegrölt und das oft das gleiche Lied) wieder in Mainz. Nach vielen Verabschiedungen ging dann jeder nach Hause von einer coolen und viel zu schnell vergangenen Großfahrt in Frankreich.

Aktionen

Am 11.08. Auf den 12.08 feierte der Stamm Steinbock seinen 40 jährigen Geburtstag!

Das diesjährige Pfila fand vom 18.06 bis zum 21.06. in Rüdesheim statt.

Die Stammesaufgabe der Siedlung Martin Niemöller aus Bingen war es, um als Stamm gelten zu dürfen, eine Großfahrt für den Gau zu organisieren. So kam es, dass sich am 30.07. Auch 2 Steinböcklis zum Mainzer Hauptbahnhof verirrten, um von dort aus mit knappen 50 anderen Teilnehmern aus Bingen, Mainz, Worms und Lampertheim mit dem Flixbus nach Burgund in Frankreich zu reisen.

Das Stammeslager dieses Jahres fand in einem eher kleinerem Rahmen statt: